Schlüsselbund war gestern!

Schlüsselbund war gestern!
Warum digitale Schließtechnik heute neue Maßstäbe setzt.

Sind Sie auch „so einer“, der täglich einen dicken Schlüsselbund mit sich herumträgt?
Haustürschlüssel, Wohnungsschlüssel, Kellerschlüssel, Briefkastenschlüssel und vielleicht noch ein
paar Schlüssel, bei denen man schon gar nicht mehr genau weiß, wofür sie eigentlich gedacht sind?

Aus unserer Sicht als Sicherheits-Fachbetrieb ist das erstaunlich.
Denn während Smartphones, Fahrzeuge, Bezahlsysteme und viele andere Bereiche unseres Alltags längst
digitalisiert sind, setzen zahlreiche Haus- und Wohnungstüren noch immer auf das klassische mechanische
Schlüsselprinzip.
Dabei geht es bei moderner Schließtechnik längst nicht mehr nur um die Frage: „Wie bekomme ich die Tür auf?“
Entscheidend ist vielmehr: Wer darf sie öffnen, wann darf er sie öffnen und was passiert, wenn sich diese Berechtigung ändert?**

Der mechanische Schlüssel hat ein grundsätzliches Problem.
Zunächst muss man fairerweise feststellen:
Ein hochwertiger mechanischer Schließzylinder ist keineswegs automatisch unsicher.
Moderne mechanische Systeme verfügen über ausgefeilte Schutzmechanismen und können einen hohen
Widerstand gegen verschiedene Manipulations- und Angriffsmethoden bieten.

Das eigentliche Problem liegt häufig woanders,
im Umgang mit dem Schlüssel.
Ein mechanischer Schlüssel ist ein physischer Berechtigungsträger.
Wer ihn besitzt, kann ihn grundsätzlich verwenden.
Geht er verloren, muss die Situation geklärt werden.
Wurde ein Schlüssel kopiert, ist das für den Eigentümer unter Umständen gar nicht nachvollziehbar.
Ändert sich die Berechtigung einer Person, muss der Schlüssel zurückgegeben werden und man muss
darauf vertrauen, dass tatsächlich alle Exemplare wieder vorhanden sind.

Bei größeren Objekten wird dieses Prinzip schnell unübersichtlich.
Mitarbeiter, Reinigungskräfte, Handwerker, Hausmeister, Angehörige oder externe
Dienstleister benötigen möglicherweise zeitweise oder dauerhaft Zutritt.
Für jede Änderung der Zutrittsberechtigung ist der klassische Schlüssel nur eingeschränkt flexibel.

Was digitale Schließtechnik anders macht
Genau hier setzt die elektronische Zutrittskontrolle an.
Bei einem digitalen Schließsystem wird nicht mehr ausschließlich mit einem mechanischen Schlüssel gearbeitet.
Je nach System kann beispielsweise ein Smartphone, Karte oder Transponder als Berechtigungsträger dienen.

Der entscheidende Vorteil besteht dabei nicht darin, dass ein Smartphone grundsätzlich „sicherer“ wäre als ein Schlüssel.
Der entscheidende Vorteil ist die Verwaltbarkeit der Zutrittsberechtigungen.

Eine Berechtigung kann beispielsweise zeitlich begrenzt oder wieder entzogen werden.
Je nach eingesetzter Systemarchitektur lassen sich unterschiedliche Personen und Personengruppen mit
unterschiedlichen Zutrittsrechten ausstatten.
Damit wird aus einem einfachen Schließvorgang ein kontrollierbares Zutrittsmanagement.

Verlorener Schlüssel versus verlorenes Smartphone.
Ein häufiges Argument gegen digitale Schließsysteme lautet: „Was passiert, wenn ich mein Smartphone verliere?“

Das ist zweifellos ein wichtiger Punkt.
Auch ein digitales Identmedium kann verloren gehen oder kompromittiert werden.
Deshalb muss ein professionelles elektronisches Schließsystem über geeignete Mechanismen zur Authentifizierung,
Berechtigungsverwaltung und Sperrung verfügen.

Der entscheidende Unterschied zum klassischen Schlüssel ist jedoch die Möglichkeit, eine digitale Berechtigung gezielt zu deaktivieren,
ohne zwangsläufig den gesamten Schließzylinder austauschen zu müssen.

Bei einem verlorenen mechanischen Schlüssel stellt sich dagegen zunächst die Frage: Wer könnte ihn finden?
Wurde er möglicherweise bereits kopiert? Und welche weiteren Türen lassen sich mit diesem Schlüssel öffnen?

Bei einem professionell verwalteten digitalen System lässt sich die entsprechende Zutrittsberechtigung gezielt entziehen

Smartphone statt Schlüsselbund

Systeme wie dormakaba evolo smart oder DOM Tapkey Pro zeigen, wie sich moderne Schließtechnik in den Alltag integrieren lässt.

Das Smartphone wird dabei zum digitalen Schlüssel.
Je nach System und Konfiguration können zusätzlich Transponder oder andere Identmedien eingesetzt werden.
Das verändert den täglichen Umgang mit Türen erheblich.

Statt eines umfangreichen Schlüsselbundes reicht im Idealfall das ohnehin vorhandene Smartphone.
Gleichzeitig kann die Zutrittsberechtigung zentral bzw. digital verwaltet werden.

Für eine Privatwohnung mag das zunächst wie ein Komfortgewinn erscheinen.
Für Mehrfamilienhäuser, Gewerbeobjekte, Büros, Praxen, Hotels oder andere Gebäude mit wechselnden Zutrittsberechtigungen
wird daraus jedoch ein wesentlich größerer funktionaler Vorteil.

Sicherheit besteht aus mehreren Ebenen
Ein wichtiger Punkt wird in der Werbung für digitale Schließsysteme allerdings häufig zu stark vereinfacht:

Digital bedeutet nicht automatisch sicherer.
Die Sicherheit eines Zutrittssystems hängt von seiner gesamten Architektur ab.
Dazu gehören unter anderem der Schließzylinder selbst, die verwendeten Kommunikationsverfahren,
die Verschlüsselung, die Authentifizierung, die Verwaltung der Berechtigungen sowie die Sicherheit
der verwendeten Endgeräte und gegebenenfalls einer Cloud- oder Backend-Infrastruktur.
Auch die organisatorische Umsetzung spielt eine entscheidende Rolle.

Wo digitale Systeme besonders sinnvoll sind
Die Vorteile elektronischer Schließsysteme kommen insbesondere dort zum Tragen, wo mehrere Personen
Zugang benötigen oder sich Berechtigungen regelmäßig verändern.

Ein Beispiel: Ein Handwerker benötigt für einen bestimmten Zeitraum Zugang zu einem Gebäude.
Bei einem klassischen Schlüssel muss ein Schlüssel übergeben und anschließend zurückgegeben werden.
Bei einem digitalen System kann, abhängig von der eingesetzten Lösung, eine entsprechende Berechtigung
eingerichtet und anschließend wieder entzogen werden.
Das ist nicht nur komfortabler. Es schafft auch eine deutlich bessere Kontrolle über die Vergabe von Zutrittsrechten.

Und was ist mit dem klassischen Schlüssel?
Der mechanische Schlüssel wird deshalb nicht plötzlich wertlos.
Für bestimmte Anwendungen kann ein hochwertiges mechanisches Schließsystem weiterhin eine ausgezeichnete Lösung sein.
Entscheidend sind Objekt, Sicherheitsanforderungen, Nutzerstruktur und gewünschter Verwaltungsaufwand.

Seit 1983: Erfahrung trifft Digitalisierung

Seit 1983 beschäftigen wir uns mit elektronischer Sicherheitstechnik und haben dabei eines gelernt:
Gute Sicherheitstechnik muss nicht nur technisch funktionieren. Sie muss im Alltag zuverlässig, verständlich und praktikabel sein.
Die Digitalisierung der Zutrittskontrolle ist deshalb kein Selbstzweck.
Sie bietet die Möglichkeit, traditionelle Schließkonzepte um Funktionen zu erweitern, die mit einem rein mechanischen
Schlüssel nur schwer oder gar nicht realisierbar sind.

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