Schließzylinder austauschen: Montageanleitung
Schließzylinder austauschen: Montageanleitung

So einen Zylinder kann man doch selber wechseln, oder?

Die meisten Menschen sind froh wenn sie ein bischen Geld sparen können, daher haben wir hier für ein paar nützliche Tipps zusammengetragen.
Etwas handwerkliches Geschick und technisches Verständnis sollte man natürlich schon mitbringen.

Haben Sie noch Fragen oder es treten bei den Arbeiten Probleme auf, so scheuen Sie nicht uns anzurufen!
Wir sind stets für Sie da und stehen Ihnen mit Rat und Tat gerne zur Seite.

Bevor wir jedoch zu den einzelnen Montageschritten übergehen, schauen Sie sich zum besseren Verständnis diese Übersicht an.


Hier sind die wichtigsten Bauteile eines Schließzylinders gut zu erkennen:

Achtung: Sämtliche nachfolgenden Zeichnungen und Fotos sind urheberrechtlich geschützt!
Jegliche Veränderung und Verbreitung sind unzulässig und werden gemäß § 97 UrhG geahndet!
Zylinderbezeichnungen

1 = Zylinder-Gehäuse
2 = Mitnehmer, auch Schließnase, Schließnocken oder Schließbart
3 = Zylinder-Kern, auch Rotor
4 = Kernhalteringe
5 = Schlüsselkanal, Schließkanal, Schlüsselloch
6 = Bohrung für Stulpschraube (Gewinde M5)

 

Demontage / Montage

Nun möchten wir Ihnen erklären, wie schnell und einfach man einen mechanischen Schließzylinder messen und austauschen kann und was man dabei unbedingt beachten sollte.
Elektronikzylinder / Digitalzylinder sollte ein Laie keinesfalls selbst austauschen, da heißt es: Finger weg!
Hier sind für jedes Fabrikat und Modell besondere Kenntnisse und fast immer Spezialwerkzeug erforderlich.
Wenden Sie sich in solchen Fällen unbedingt an einen fachkundigen Schloßtechniker!

Wir empfehlen Ihnen den vorhandenen Schließzylinder grundsätzlich auch dann zu demontieren, wenn Sie nur das genaue Zylindermaß ermitteln möchten.
Bei dickeren Türen sowie Türen mit Doppelfalz oder wenn Schutzbeschläge mit Ziehschutz montiert sind, ist eine exakte Messung im eingebauten Zustand nur schwer möglich.

Alle gängigen Schließzylinder sind als „Profil-Doppelzylinder“, manchmal auch als „Euro-Zylinder“ bezeichnet, ausgeführt.
Die Bauform und die Abmessungen sind genormt, lediglich die Zylinderlänge variiert, je nach Dicke des Türblattes.

Maßblatt für Zylinder

Einige Ausführungen sind beidseitig schließbar, man kann also von außen aufsperren, wenn von innen ein Schlüssel steckt.
Gelegentlich findet man auch Zylinder vor, die mit einem Drehknauf auf der Innenseite ausgestattet sind.

Alle diese Standardzylinder sind mit einem einfachen Mitnehmer ausgestattet, auf spezielle Sonderausführungen werden wir dann am Ende noch einmal kurz eingehen.

Diese nachfolgende Montageanleitung beschreibt Schritt für Schritt die Demontage / Montage der Profil-Doppelzylinder, Profil-Halbzylinder und der gängigsten Rundzylinder und Ovalzylinder.

Bitte beachten Sie: Ein moderner Schließzylinder ist ein äußerst präzise hergestelltes und empfindliches Produkt.

Daher grundsätzlich keine rohe Gewalt aufwenden, keinen Akkuschrauber, Hammer oder andere Schlagwerkzeuge verwenden!

 

1.Wie ist der Schließzylinder im Schloß verschraubt?

Zylinder-Montage 1

Unterhalb des Riegels befindet sich die sogenannte Stulpschraube, die den Zylinder im Schloß fixiert.
Der Zylinder kann nur demontiert werden, wenn diese Schraube zuvor entfernt wurde!

Bei älteren Rohrrahmentüren aus Stahl oder Aluminium kann es in äußerst seltenen Fällen vorkommen, das eine Anschlagleiste das Schloß mit allen Schrauben verdeckt.
Hier muss zuvor die komplette Aluminiumleiste entfernt werden, um an die Stulpschraube zu gelangen.

 

2. Stulpschraube entfernen.

Zylinder-Montage 2

Als Stulpschraube wird fast immer eine Gewindeschraube M5 mit Senk- oder Linsenkopf verwendet.
Üblicherweise ist sie als Kreuzschlitzschraube, bei älteren Türen manchmal auch als Schlitzschraube, ausgeführt.
Auf Sonderschrauben mit Innensechskant, Torx oder spezielle Sicherheitsschrauben trifft man eher selten, kommen aber vereinzelt bei hochwertigen Zylindern vor.

 

3. Schlüssel einführen und abschließen.

Zylinder-Montage 3

Nach dem die Stulpschraube herausgedreht und entfernt wurde, wird der Schlüssel auf der Innenseite der Tür in den Zylinder eingeführt.

Bei geöffneter Türe wird das Schloss dann ein mal abgeschlossen, bei einem Drehknaufzylinder wird natürlich mit dem Knauf anstelle des Schlüssels gesperrt.Dieser Schließvorgang ist besonders bei Mehrfachverriegelungen empfehlenswert, beachten Sie dazu auch unbedingt den Punkt 9.

 

4. Entfernen des Schließzylinders.

Zylinder-Montage 4

Der Schließzylinder wird zusätzlich immer über den Mitnehmer im Schloß festgehalten.
Achtung: Nur wenn sich der Mitnehmer unten in der Mittelstellung befindet, kann der Zylinder auch entnommen werden.
Daher muss nun der Schlüssel (oder Drehknauf), ausgehend von der Abzugsposition des Schlüssels, um 30° nach links (7 Uhr Stellung) oder um 30° nach rechts (5 Uhr Stellung) gedreht werden.

Durch langsames Drehen bei gleichzeitigem leichten Zug am Schlüssel, läßt sich der Zylinder dann nach Innen herausziehen.

Sollte sich der Schließzylinder nicht heraunehmen lassen, so empfiehlt es sich, die Schrauben der Beschläge etwas zu lockern und mit leichten Rüttelbewegungen den Zylinder zu lösen, denn manchmal sind die Beschläge etwas verspannt montiert worden,

Sehr alte Zylinder und Beschläge weisen gelegentlich auch stärkere Korrosionsschäden auf. Hier hilft meistens etwas Zylinder-Pflegespray, um den Zylinder zu lösen.
Bitte niemals rohe Gewalt anwenden!

Anm.: Bei sehr alten Schließzylindern, wie auch bei Halbzylindern, für Garagentore, Schlüsselschalter, etc., kann die Stellung des Mitnehmers auch manchmal 90° betragen oder in einem anderen Winkel stehen.

 

5. Ausmessen des Schließzylinders.

Zylinder-Montage 5

Sie können den Zylinder selbstverständlich auch in unser Ladengeschäft mitbringen und als Muster vorlegen, so können Sie sicher sein, das der neue Zylinder auch passt.

Nach der Demontage aus der Türe liegt der Schließzylinder nun vor Ihnen und kann ausgemessen werden.

Die Grundlänge eines Schließzylinders beträgt bei fast allen Herstellern 60 mm, jeweils 30 mm nach außen und 30 mm nach innen aufgeteilt.
Unser Bild zeigt einen Zylinder in der Länge 30 + 35 mm

Pauschal gilt: Längere Zylinder sind jeweils in 5 mm Schritten lieferbar, auch in asymetrischer Ausführung.

Bei manchen Fabrikaten kann die Grundlänge etwas abweichen, z. B. 31 mm + 31 mm (BKS) oder 30,5 + 30,5 mm (DOM),
auch gibt es gelegentlich diverse exotische Sondermaße, sowie einseitig oder beidseitig verkürzte Zylinder.

DZ = Doppelzylinder / beispielsweise DZ 30 + 30 mm oder DZ a=30 + i= 30 mm
DKZ = Drehknaufzylinder
HZ = Halbzylinder / beispielsweise HZ 30+10 mm oder alternativ 30 + 00 mm
Das erste Maß sollte immer die Außenseite sein.

Bei Halbzylinder beträgt das Innenmaß immer 10mm und muss daher nicht zwingend mit angegeben werden.

Das Zylindermaß gilt immer nur für das Zylindergehäuse, ohne den Überstand des Zylinderkerns (Rotor).
Gemessen wird von der Mitte des Mitnehmers = Mitte der Befestigungsbohrung, jeweils nach links und nach rechts.

Geben Sie beim Kauf unbedingt an, welches Maß von Mitte Zylinder für die Außen- und welches für Innenseite ermittelt wurde.
Bei asymetrischen Schließzylindern, bei Zylindern mit Drehknauf und bei Zylindern mit diversen Sonderausstattungen sind diese Angaben unbedingt erforderlich.

Weitere Hinweise zum Aufmaß finden Sie auch hier: Wie messe ich einen Schließzylinder?

 

6. Prüfen der Zylindermaße.

Zylinder-Montage 6

Bevor Sie den neuen Schließzylinder einbauen, sollten Sie die Abmessungen mit Ihrem alten Zylinder vorsichtshalber vergleichen.
Legen Sie dazu die beiden Zylinder nebeneinander, ausgehend von der Mitte.
Stimmen die Maße exakt überein, kann man mit der Montage beginnen.

 

7. Montage des neuen Schließzylinders

Zylinder-Montage 7

Im Prinzip ist die Vorgehensweise mit dem Ausbau identisch, nur in umgekehrter Reihenfolge.

Der Schlüssel wird auf der Innenseite in den Schlüsselkanal eingeführt (Achtung: Bei asymetrischen Zylindern ist darauf zu achten, welche Seite außen und welche Seite innen ist).

Den Schlüssel (oder Drehknauf) so weit drehen, das der Mitnehmer senkrecht nach unten zeigt, danach den neuen Schließzylinder in das Schloss einsetzen.

Durch die Bohrung für die Stulpschraube im Schloß kann man sehr schön erkennen, ob sich der Zylinder in der richtigen Position befindet, das Schloss läßt sich dann auch bereits betätigen.

Anschließend wird die Stulpschraube von Hand eingesetzt. Dabei ist unbedingt darauf achten, das die Schraube gerade eingeführt wird und leicht in das Gewinde greift.

Danach kann die Stulpschraube mit einem passenden Schraubendreher handfest angezogen werden, die Empfehlungen der Hersteller sind unbedingt zu beachten.

Generell gilt: Ein Drehmoment von 1,5 Nm sollte nicht überstiegen werden und niemals dafür einen Akkuschrauber / Bohrschrauber verwenden!
Bedenken Sie bitte, das sich eine vermurkste Schraube später wieder nur schwer entfernen läßt.

Viele Schließzylindermodelle, besonders solche, die mit einem integrierten Ziehschutz, z. B. Stahllamellen (LAM) ausgestattet sind, können sich bei zu hohen Anzugskräften eventuell unreparabel verziehen.

Besondere Vorsicht ist auch häufig bei elektronischen Schließzylinder erforderlich, denn auch hier ist der Steg oftmals durch Kabelübergänge nochmals geschwächt.

 

8. Funktionsprüfung

Zylinder-Montage 8

Nach Beendigung der Montage erfolgt eine einfache Funktionsprüfung von innen und außen bei geöffneter Tür.
Sollte sich der Schlüssel noch etwas schwergängig drehen lassen, so ist nochmals die Stulpschraube, (ggf. auch die Schrauben von Schloß und Beschlag) etwas zu lösen und während des Schließvorganges wieder anzuziehen, oft reicht dies schon aus.
– Fertig!

 

9. Montageprobleme / Sonderfälle

Zylinder-Montage 9

 

Mehrfachverriegelung / Multiriegel

Bei Einsteckschlössern mit Mehrfachverriegelung (Multiriegelschloss) wird der Schließvorgang im inneren meistens über Zahnräder übertragen. Dabei kann es gelegentlich vorkommen, das sich während oder nach der Demontage des Schließzylinders diese Zahnräder leicht verdrehen.

Die Fallenfeder (Feder vom „Schnapper“) übt über das Wechselgestänge einen leichten Druck auf diese Zahnräder aus,  daher sollte man das Schloss vor dem Ausbau des Zylinders bei geöffneter Tür stets einmal abschließen. Vor dem Einsetzen des Zylinders ist unbedingt zu prüfen, das sich die offene Seite des Zahnrades auch unten befindet und der Zylinder sich frei einstecken lässt.

Hat sich das Zahnrad bereits verdreht, lässt es sich mit einem kleinen Schraubendreher einfach wieder in die passende Position bringen, dabei bitte mit Gefühl vorgehen und keine Gewalt anwenden.

 

Biffar 

Ab jetzt wird es etwas komplizierter.

Schließzylinder für Biffar-Türen sind meist mit doppelten Mitnehmern ausgestattet. Der Zweifach-Mitnehmer ermöglicht gleich zwei Schließbewegungen bei nur einer 360° Drehung.
Der neue Schließzylinder sollte auch wieder mit diesem speziellen Mitnehmer ausgestattet sein, man müsste sonst vier komplette Drehungen ausüben, um die Türe zweimal abschließen zu können.

Die Demontage / Montage ist wie bereits oben beschrieben, jedoch muss hier zusätzlich auch der innere Türbeschlag (Türschild) entfernt werden.
Bei Drehknaufzylindern muss der Knauf vor dem Aus- und Einbau demontiert werde

Schließzylinder für Biffar-Türen weisen oft ungewöhnliche Zwischenmaße auf.

Eine weitere Besonderheit ist das Biffar SBS-Schloss, mit dem einige Türen mit Mehrfachverriegelungen ausgestattet sind.
Das SBS (Sicherheits Blockier System) verhindert wirkungsvoll jeden Schließvorgang, wenn der Zylinder bei einem Einbruchversuch entfernt wurde.
Eine kleine Sperrnase blockiert auch das Einführen eines neuen Zylinders, auch nach einer normalen Demontage des Zylinders.
Bitte keinesfalls Gewalt versuchen, diese Sperrnase wegzudrücken oder gar abzufeilen, sonst ist später das Schloss komplett blockiert.

Unterhalb der Schloßfalle befindet sich eine Bohrung in die man einen kleinen Stift (Stahldraht o.ä.) einführen und eindrücken kann. Damit wird das SBS deaktiviert, die Sperrnase lässt sich beiseite schieben, wenn der Zylinder eingeschoben wird.

 

Mul-T-Lock, Spiderlock, GeGe, usw.

Achtung: Bei Mul-T-Lock, Spiderlock, GeGe und ähnlichen Systemen sind auch die verwendeten Schließzylinder mit Zahnrädern ausgestattet.

Auch bei diesen Systemen ist, ähnlich wie bei Biffar, für die Demontage und die Montage des Zylinders vorher der Innenbeschlag zu demontieren. Zusätzlich befindet sich noch eine kleine Abdeckung auf dem Schlosskasten, die ebenso vorher abgeschraubt werden muss, der Zylinder kann ohne Schlüssel entnommen werden.

Es ist unbedingt darauf zu achten, das die Position des Zahnrades dabei nicht mehr verändert wird, daher sollte hier bereits vor dem Entfernen der Stulpschraube kein Schlüssel mehr im Zylinder stecken.
Wenn sich das Zahnrad dabei in eine undefinierbare Stellung verdreht,muss das Schloss mühsam wieder zurückgesetzt werden.
Besondere Vorsicht ist besonders auch bei Drehknaufzylindern geboten, der Zylinder muss sich immer in der neutralen Stellung befinden (das ist die Stellung, in der sich der Schlüssel außen abziehen lässt).
Der Drehknauf muss unbedingt vorher demontiert werden.
Hat sich die Position des Zahnrades auch nur um einen Zahn verdreht, läßt sich später in der Endstellung der Schlüssel nicht mehr abziehen.

Die Zahnräder haben, je nach System, eine unterschiedliche Anzahl von Zähnen
Hier ist es evtl. ratsam, diese kniffeligen Arbeiten besser von einem Fachmann durchführen zu lassen.

Ähnliche Sperrelemente, wie das Biffar SBS-System findet man auch an anderen Türen mit Mehrfachverriegelungen.

Die Bohrungen zur Entriegelung dieser Sicherungen befinden sich manchmal auch unterhalb der Stulpschraube, die Vorgehensweise ist jedoch mit identisch, wie bereits beschrieben.

 

Panzerriegel, Querriegel

Panzerriegel

Bei moderneren Panzerriegelschlössern sind überwiegend die üblichen Profil-Doppelzylinder mit Standardmitnehmer verbaut. Hier ist dann i.d.R. nur die richtige (Über-) Länge nach Außen zu beachten, das Innenmaß beträgt fast immer 30 mm.
Manchmal ist das Umstellen des Getriebes an einem Panzerriegelschloss etwas mühselig, daher sollte man besser schon beim Kauf eines neuen Zylinders auf die korrekte Schließbartstellung achten. Wir stellen Ihnen das gleich so ein, das es 100%ig passt.

Bei älteren Panzerriegel-Modellen waren häufig noch spezielle Schließzylinder mit verschiedensten Zahnrädern  und Mitnehmern verbaut. Der Panzerriegel PR-2000 von ABUS hatte beispielsweise einen speziellen 4-fach Mitnehmer, der auch als Antriebsstern bezeichnet wird.

Auch hier ist es oft günstiger, gleich einen Fachmann zu beauftragen, denn der Schwierigkeitsgrad für den Ein- und Ausbau dieser Zylinder ist für den Laien oft zu hoch.

Wir wissen was Sie benötigen und verfügen über sämtliche Sonderausführungen und Spezial-Mitnehmer.

 

Mitnehmer 

A = Standardmitnehmer

B = 4-fach Mitnehmer (Antriebsstern) für ABUS z. b. PR-2000

Zylinder-Montage 10

C = 2-fach Mitnehmer für Biffar

D = Zahnradmitnehmer, Ritzel mit 10 Zähnen (auch andere Versionen ab Lager lieferbar)

 

Rundzylinder

Rundzylinder (System BKS) werden nicht mit einer Stulpschraube im Schloß gehalten.
Diese Zylinder sind zweiteilig und können einer speziellen Auslösenadel „entriegelt“ und somit in zwei Hälften getrennt werden.

Rundzylinder-Montage 1

1. Der rote Pfeil zeigt die Position, an welcher sich der Entriegelungsmechanismus befindet.

Rundzylinder-Montage 2

2. Um die Auslösenadel einführen zu können, wird der Schlüssel auf der Innenseite und so weit gedreht, bis die Unterkante des Schlüssels in etwa die 2-Uhr Position erreicht hat.

An dieser Stelle sollte man dann eine kleine Bohrung erkennen können, falls nicht, könnte der Zylinder falsch montiert sein und die gewsuchte Bohrung befindet sich auf der Außenseite.

Bei Zylindern der Firma BKS kann man die Innenseite mit der Entriegelung sehr einfach erkennen, da der Durchmesser des Zylinderkerns dort etwas größer ist

Rundzylinder-Montage 3

Die Nadel wird schräg von unten in den Zylinder eingeschoben und mit etwas Druck entriegelt.
Anschließend lassen sich die beiden Zylinderhälfte einfach herausziehen.
Statt einer Auslösenadel kann man zur Not auch jeden anderen festen Draht im passenden Durchmesser verwenden, das kann auch Schaschlikspieß oder eine dickere Büroklammer sein.

Die Montage eines Rundzylinders ist sehr einfach.
Die Zylinderhälfte mit den beiden Stiften wird von außen hineingesteckt und die andere Hälfte von innen auf die Stifte aufgesetzt.
Durch einen leichten Schlag mit den beiden Händen rasten die Teile wieder ein und sind wieder verriegelt.

 

Rundzylinder

Rundzylinder ist nicht gleich Rundzylinder -es gab in der Vergangenheit sehr viele verschiedene Ausführungen.
Die drei wichtigsten davon haben wir unten abgebildet.

Sondertypen 1

A = Rundzylinder

Der Rundzylinder in typischer Bauform  (z. B. BKS Typ 3100, DOM Typ 444) hat einen Durchmesser von 30mm und ist gut erkennbar an dem zylindrischen Mitnehmer.
Dieser Zylindertyp ist immer noch häufig in älteren Objekten zu anzutreffen.

Er hat jedoch einen relativ geringen Sicherheitswert, was auch daran liegt, das es keine hochwertigen Sicherheitsbeschläge mit Zylinder-Ziehschutz für diese Modelle gibt.
Falls es technisch möglich ist, sollte man daher auf den moderneren Profil-Doppelzylinder umrüsten.
Mehrere Hersteller bieten auch heute noch neue Rundzylinder in dieser Bauform an.

B = Kurzzylinder 

Der Kurzzylinder (z. B. BKS 3107) unterscheidet sich neben der kleineren Grundlänge hauptsächlich durch andere Mitnehmer und die beiden Abflachungen am Zylinder-Gehäuse.
Er ist wesentlich seltener anzutreffen, als der vorgenannte Rundzylinder.

Die Demontage / Montage ist mit dem normalen Rundzylinder exakt identisch, jedoch sind diese beiden Systeme untereinander nicht kompatibel.
Auch hier raten wir zur Umrüstung auf einen Profizylinder.

C = Rundzylinder für Zusatzschlösser

Der Rundzylinder für das Zusatzschloss wird meist für ein innen aufgesetztes Kastenriegelschloss verwendet.

Die Verschraubung erfolgt rückseitig mittels zwei Gewindeschrauben, die man Demontage des Schlosskastens von innen erreichen kann.
Die Bohrungenvariieren in Abstand, Position und Durchmesser (Gewinde M5 oder M6), je nach Fabrikat.
Daher ist es erforderlich, das Sie bei einem Neukauf auf jeden Fall den alten Zylinder ausbauen und dem Fachhändler vorlegen.
Der Mitnehmer besteht aus einem flachen Blechstreifen, der dann auf die entsprechende Türdicke gekürzt werden muss.
Gelegentlich sind diese Zylinder auch mit zusätzlichen Hülsen an Garagentoren verbaut.

 

Spezialzylinder

Noch etwas seltener sind die nachfolgenden beschriebenen Schließzylinder anzutreffen.

Sondertypen 2

D = Ovalzylinder 

Technisch, bezüglich der Montageschritte, ist diese Bauform dem Profilzylinder sehr ähnlich, die Montagehinweise gleichen sich.

E = Ovalzylinder

Dieser Zylindertyp wurde früher häufig in Metalltüren mit sehr schmalen Rohrrahmenprofilen eingebaut.

Besonderheit: Es wird kein zusätzliches Schloß benötigt, der Riegel befindet sich in Form eine runden Stahlbolzens direkt am Zylinder.
Die Befestigung erfolgt über eine asymetrisch angebrachte Bohrung für die Stulpschraube.
Damit der Zylinder demontiert werden kann, muss diie Stulpschraube und der Riegelbolzen vorher entfernt werden.

Bei offener Türe abschließen (dies ist nötig, damit der Riegel nicht versehentlich in das Türprofil fallen kann), die Riegelschraube herausdrehen (siehe nächstes Bild) und Riegel abnehmen.
Danach wieder so weit zurückschließen, bis sich der Zylinder herausziehen läßt.

F = Rundzylinder / Schweizer System

Der Rundzylinder aus der Schweiz ist weitgehend mit dem Standard-Profilzylinder baugleich.
Der Durchmesser beträgt 22mm statt 17mm und der äußere Beschlag weist nur eine runde Bohrung auf.

Auch hier ist wieder Demontage und Montage identisch, jedoch muss der Innenbeschlag dazu demontiert werden, da der Zylinder nicht durch das runde Loch hindurch passt.

Sondertypen 3

 

Weitere Exoten

Es gibt noch sehr viele andere Zylindertypen und Bauformen, die hier nicht erwäht wurden.
So gab es früher beispielsweise auch Ovalzyylinder, die technisch jedoch wie ein Rundzylinder aufgebaut sind.
Dann existieren viele Schließzylinder, die man in Deutschland eher selten anzutreffen sind, z. B. die speziellen Oval- und Rundzylinder aus Skandinavien.
Dann muss man einfach einmal prüfen, wie er befestigt ist.

Viele Systeme sind in ihrem Ursprungsland über Jahrzehnte gewachsen und irgendwann im Zuge der EU auch hier in Deutschland verkauft worden. Ob es ein Schwedisches Fertighaus, eine griechische Haustür oder das polnische Gartenhäuschen ist -der Markt ist vielfältiger als je zuvor.
Längst ist in Europa noch nicht alles genormt, aber vieles ist schon auf den Weg gebracht worden.
Daher kann diese Hilfestellung sicher nicht alles lückenlos abdecken, aber für 99% der Fälle dürfte es sicherlich ausreichen.

Im Zweifesfalle wenden Sie sich lmmer an einen Fachmann -also fragen Sie uns.
Gerne kommen wir bei Ihnen vor Ort vorbei -ein Anruf oder eine E-Mail genügt.



Wie messe ich einen Schließzylinder?

Wie messe ich einen Schließzylinder?

Schließzylinder werden in vielen unterschiedlichen Baulängen angeboten.
Es ist also besonders wichtig, das vor dem Kauf das passende Maß ermittelt wird.

Die Grundlänge eines handelsüblichen Schließzylinders beträgt in der Regel ca. 30 + 30 mm = Gesamtlänge 60mm.

Das Maß kann konstruktionsbedingt von Fabrikat zu Fabrikat etwas abweichen (z. B. BKS Grundlänge =31+31, DOM Grundlänge = 30,5 + 30,5 mm).
Gemessen wird grundsätzlich immer von der Mitte der Schließnase = Mitte der Bohrung für die Befestigungsschraube, nach beiden Seiten:
A = Außen = Mitte Bohrung bis Vorderkante Außenbeschlag
I = Innen = Mitte Bohrung bis Vorderkante Innenbeschlag

Die Schließzylinder können in jeweils 5 mm Schritten auf das benötigte Maß gefertigt werden, bis zu einer Gesamtlänge von 100 mm sind alle Kombinationen möglich. Bei einigen Herstellern ist zu beachten, das ab einer Länge von über 100 mm Gesamtlänge nur noch 10 mm Schritte möglich sind.

Schliesszylinder sollen möglichst bündig zum Sicherheitsbeschlag / Sicherheitsrosette montiert werden. Falls der Schliesszylinder auf der Außenseite aus dem Beschlag über 4 mm herausragt, ist die Gefahr recht groß, das dieser ausgebrochen oder ausgedreht werden kann. Besser sind daher solche Sicherheitsbeschläge oder Sicherheitsrosetten, die einen entsprechenden Zylinder-Ziehschutz aufweisen.

Achtung: Diese Zeichnungen sind urheberrechtlich geschützt!
Jegliche Veränderung und Verbreitung sind unzulässig und werden gemäß § 97 UrhG geahndet!

Die Außenlänge (Zylindermaß „A“) und die Innenlänge (Zylindermaß „I“) werden immer incl. Beschlag gemessen.
Falls die Beschläge noch nicht montiert sind, bitte bis zum Türblatt messen und die Dicke der Beschläge hinzuaddieren. Bei Türbeschlägen mit Zylinder-Ziehschutz, diesen in die Messung mit einbeziehen.

Bei eingebautem Zylinder wird immer von der Mitte Befestigungsschraube jeweils nach innen und nach außen gemessen, diese befindet sich unterhalb des Schloßriegels (Gewindeschraube M5).

Bei dicken Türen mit Doppelfalz und bei Beschlägen mit Ziehschutz ist es manchmal besser, wenn der Zylinder zum Messen demontiert wird.

Bitte nehmen Sie sich die Zeit und lesen vor dem Einbau des neuen Schließzylinders unbedingt die Montageanleitung des Herstellers.
Besondere Beachtung ist hierbei auf das richtige Drehmoment der Stulpschraube zu legen!
Bei zu fest angezogener Schraube kann sich schnell das gesamte Schloß verziehen und mit entsprechender Kraft läßt sich sogar ein Zylindergehäuse verbiegen.
Wie der Volksmund so schön sagt: „Nach fest kommt ab!“

Ebenso sollte man die Pflegehinweise beachten!
Bitte ausschließlich nur das vom Hersteller empfohlene Schmiermittel verwenden!
Öl, Graphitpuder, Silikon- und Teflonspray, usw. sind Produkte, die den Schließzylinder unreparabel zerstören können.

Es gibt Probleme?
Oder Sie trauen sich nicht?
Fragen Sie uns einfach!

Selbstverständlich messen wir Ihre Zylinder gerne für Sie aus und übernehmen auch die fachgerechte Montage.

Die Angabe „Außen“ oder „Innen“ ist bei asymetrischen Zylindern unbedingt anzugeben, da bei einem Knaufzylinder der Knauf natürlich auf der Innenseite montiert sein muß. Gleiches gilt für andere Sonderausstattungen, beispielsweise ein Ziehschutz am Zylindergehäuse oder bei KABA die Prioritätsfunktion.